Humaner Tod für Schweine

==> a never ending story

 


Im September 2012 las ich im Zeit-Magazin einen Bericht über den Schlachthof Weißenburg, wo täglich 15.000 Schweine mit CO2 „hingerichtet“ werden.

 

 

Zeit-Artikel:

http://www.zeit.de/2012/26/Fleisch-Tier-Schlachter

…….Der Schlachthof ist schon von Weitem zu sehen, leuchtend weiß erhebt er sich über die Kleinstadt in Sachsen-Anhalt, er ist der zweitgrößte Deutschlands, 15.000 Schweine werden hier getötet. Am Tag………

 

 

Bei meiner Suizid-Forschung hatte ich herausgefunden, dass CO2 einen qualvollen Erstickungstod hervorruft.
Die Alternative STICKSTOFF dagegen ein schmerzloses Ausschalten der Lebensfunktion.

 

Ich schrieb deshalb einen Brief an den Leiter des (Tönnies-)Schlachthofes Herrn Rausch.

 

Leider bekam ich keine Antwort!

 

Deshalb schrieb ich einen Brief an die Zentrale von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.

 

Und bekam erstaunlicherweise eine Antwort!

 

 

 

 

 

An die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

vor 2 Monaten habe ich den u.g. Brief an Herr Rausch geschrieben. Bisher habe ich leider keine Antwort erhalten.

 

Da mir die Sache (humane Betäubung der Schlachtschweine) sehr am Herzen liegt, wende ich mich an Sie.

Die Umstellung von CO2 auf Stickstoff würde nicht nur die Fleischqualität verbessern (die Schweine sterben OHNE Todeskampf!), sondern sich auch positiv auf das Image Ihrer Firma auswirken. Nach dem Motto: „Unsere Schweine sterben ohne Stress“.

Ich habe keinerlei finanzielle Interessen und würde Ihnen das Verfahren zur evtl. Patentierung überlassen.

Bei einem ersten Versuch mit Stickstoff als Betäubungsmittel in Weißenfels wäre ich gerne anwesend.

 

 

In der Hoffnung auf eine positive Antwort verbleibe ich

Mit freundlichen Grüßen

 

Helmuth Herterich

 

 

 

Brief an Herrn Rausch:

 

 

Dr. Helmuth Herterich

Assessor

e-mail: doc-herterich@freenet.de

 

xxxxxxxxxxxxxxxxx

53757 Sankt Augustin

 

 

 

Herrn Holm Rausch

TönniesFleisch

Am Schlachthof 1

06667 Weißenfels

 

 

St. Augustin, 27. Sep. 2012

 

Betr.: Artikel im Zeitmagazin; Betäubungsmethode für Schlachtschweine

 

Sehr geehrter Herr Rausch,

 

in dem o.g. Artikel über das heikle Thema „Schweine-Schlachten“ haben Sie sich wacker geschlagen und sind sehr glaubhaft und sympathisch ´rübergekommen.

Ich bin mir sicher, dass die erwähnte Betäubungs-Methode mittels CO2 ver­besse­rungsfähig ist.

Mein Vorschlag: Stellen Sie doch auf Stickstoff als Betäubungsgas um!

 

Auf Grund meiner Forschungen habe ich die Vorteile von Stickstoff erkannt. Bitte lesen Sie dazu die beigefügte Anlage.

Ich denke, dass ein stressfreies Betäuben neben der Schmerzfreiheit für die „armen Schweine“ auch die Fleischqualität verbessert. Zudem sorgt das CO2 für eine Übersäuerung des Blutes, was wahrscheinlich ebenfalls Auswirkungen auf die Fleischqualität hat.

Die Umstellung von CO2 auf Stickstoff ist m.E. recht einfach. Auch der Preisunter­schied dürfte gering sein.

 

Es wäre mir ein echtes Herzensanliegen, wenn Sie wenigstens einen Versuch un­ternehmen würden. Und es wäre bestimmt auch für das Image von Tönnies gut, wenn bekannt würde, dass Ihre Schweine einen sanften Tod sterben.

 

 

Mit der Hoffnung auf eine Umsetzung meines Vorschlages verbleibe ich

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr 

Helmuth Herterich

 

 

 

Dies war die Antwort von Tönnies:

 

 

Gesendet Dienstag, 20. November 2012 08:02

Sehr geehrter Herr Dr. Herterich,

soeben erhielt ich Ihre gestrige Email.

Zunächst bedanke ich mich für Ihr Engagement und bitte Sie zugleich um Entschuldigung für das Ausbleiben einer Reaktion auf Ihre erste Kontaktaufnahme.
Ich werde mit unserem Standort in Weißenfels intern klären, warum Sie keine Antwort auf Ihr Schreiben vom 27. September erhalten haben.

Wir beschäftigen uns intensiv mit alternativen Möglichkeiten zur Betäubung von Schlachtschweinen und haben in diesem Zusammenhang u.a. ein Forschungsprojekt mit dem Titel „Untersuchungen zu nicht aversiv wirkenden Gasnarkoseverfahren für Schlachtschweine“ finanziert, welches kurz vor dem Abschluß steht.

Gerne würde ich mich mit Ihnen über Ihre Arbeiten zur Betäubung mit Stickstoff in einem persönlichen Gespräch unterhalten. Sofern Ihre Zeit es erlaubt, lade ich Sie herzlich zu einem Besuch in unsere ostwestfälische Zentrale (Adresse s.u.) ein. Ich schlage vor, daß Sie mir ggf. ein paar Terminvorschläge übersenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Jörg Altemeier
Geschäftsführer Tönnies Forschung
Leiter Tierschutz Unternehmensgruppe Tönnies

TÖNNIES HOLDINGGmbH & Co. KG
In der Mark 2 - 33378 Rheda-Wiedenbrück
Tel.:   +49 (0)5242 961-5273
Fax:    +49 (0)5242 961-4087

joerg.altemeier@toennies.de
www.toennies.de

 

 

 

 

 

 

Zeit-Artikel:

http://www.zeit.de/2012/26/Fleisch-Tier-Schlachter

…….Der Schlachthof ist schon von Weitem zu sehen, leuchtend weiß erhebt er sich über die Kleinstadt in Sachsen-Anhalt, er ist der zweitgrößte Deutschlands, 15.000 Schweine werden hier getötet. Am Tag………

 

 

Ich schrieb an Herrn Altemeier zurück:

 

 

Gesendet Donnerstag, 22. November 2012 08:02

 

"Altemeier Jörg" <Joerg.Altemeier@toennies.de>

Betr.: Ihre Email vom 20.11. bez. meines Schreibens an Herrn Rausch (Stickstoff-Betäubung für Schlachtschweine)

 

Sehr geehrter Herr Altemeier,

 

recht herzlichen Dank für die schnelle und positive Antwort. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie leicht eine e-mail in den "Tiefen des webs“, bzw. in der Flut der "eingegangenen Post" verloren geht. Aus diesem Grund habe ich auch Herrn Rausch ganz altmodisch mittels Papier-Brief angeschrieben.

 

Meine Erfahrungen über Stickstoff als das ideale Mittel zur Beendigung des Lebens habe ich bei meinen Untersuchungen für einen schmerzfreien und ästhetischen Suizid gesammelt. Neben Kohlenmonoxid ist Stickstoff dafür das Mittel der Wahl. Auf die Idee, dass man auch den Tod der Schweine humanisieren (schreckliches Wort in diesem Zusammenhang!) könnte, bin ich erst durch den erwähnten Artikel im ZEIT-Magazin gekommen.

 

Da CO das Blut hellrot färbt (CO-Vergiftete sehen auch im Tod aus „wie das blühende leben“) ist dies für Ihre Zwecke wohl nicht  geeignet? Andererseits habe ich gelesen, dass man Fleisch mit CO begast, damit es über längere Zeit sein hellrotes Aussehen bewahrt. Vielleicht überlegen Sie, ob eine CO-Betäubung vielleicht 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte? Die nach dem Tod im Blut verbleibende CO-Konzentration ist minimalst und für den Verzehr ungefährlich (es handelt sich um ppm- Konzentrationen!).

 

 

Einen Nachteil hat Stickstoff im Vergleich zu  CO2:

Stickstoff ist genauso schwer wie Luft. CO2 ist doppelt so schwer wie Luft und sammelt sich deshalb in Trögen oder Vertiefungen an (die berühmte Hundsgrotte in Capri). Eine evtl. konstruktive Änderung der Betäubungs-Zone in Ihrem Schlachthof müsste man sich halt mal vor Ort ansehen!

 

 

Ihren Vorschlag für ein Treffen finde ich gut. Ich fahre alle 5-6 Wochen zu meinen Enkeln nach Berlin und dabei immer an Rheda-Wiedenbrück vorbei. Es würde mir also überhaupt keine Umstände machen, Sie dort zu besuchen.

Mein Vorschlag: Wenn ich Mitte Dezember nach Berlin fahre melde ich mich rechtzeitig zwecks Terminabsprache.

 

Meine kurzgefassten Gedanken zur Stickstoff-Betäubung (die ich als Anlage im o.g. Schreiben an Herrn Rausch beigefügt hatte, füge ich direkt an das Ende dieses Schreibens.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

 

Dr. Helmuth Herterich

 

 

Anlage:

Dr. Helmuth Herterich

xxxxxxxxxxxxxxxx

53757 St. Augustin

 

 

Stickstoff statt Kohlendioxid

 

Ein Feuer kann man löschen, indem man den Sauerstoff-Gehalt der Luft von 21 % auf unter 15 % herabsetzt. Dazu verwendet man sog. Inertgase, wie Kohlendioxid (CO2) oder Stickstoff (N2).

Die Energie für die Tätigkeit unseres Gehirns wird durch eine Art Verbrennung erzeugt. D.h. unser „Lebenslicht“ lässt sich ebenfalls durch Inertgase auslöschen.

 

Hier ist aber zu bedenken, dass CO in unserem Körper –im Gegensatz zu Stickstoff- nicht als Inertgas wirkt, sondern das Atemzentrum anregt.

Deshalb ist der Tod durch CO2 nicht schmerzlos, sondern von heftiger Atemnot und panischen Krämpfen begleitet.

 

Für ein schmerzloses und entspanntes „Einschläfern“ empfiehlt sich daher Stickstoff!

 

Stickstoff ist das ideale Mittel zum schmerzlosen „Einschläfern“.
Bei Kohlendioxid dagegen gerät man in fürchterliche Atemnot, bis man dann durch Übersäuerung des Blu­tes das Bewusstsein verliert (die typische Silo-Vergiftung der Landwirtschaft bzw. Gärkeller-Vergiftung der Winzer).

 

Durch Stickstoff (Sauerstoff-Mangel) kommt es über dem bekannten „Höhen-Rausch“ (Visionen; euphori­sche Stimmung) zum „Abschalten unseres Protein-Computers“ (Ge­hirn).

 

Die Symptome der „Stickstoff-Narkose“ sind:

  1. Euphorie ((man wird fröh­lich und gelöst)
  2. Farben-Sehen, Visionen ((man wird berauscht). Nach Meinung vieler Medi­ziner sind die sog. „Nahtod-Erfahrungen“ Effekte, die durch Sauerstoff-Mangel im Gehirn hervorgerufen wer­den!
  3. Schmerzlose Bewusstlosigkeit (man wird müde)
  4. Tod ((man stirbt. Das Ge­hirn stellt die Arbeit ein; die Vitalfunktionen, wie Herz­schlag, Atmung usw. werden beendet)

 

Der Tod durch Stickstoff, d.h. durch Sauerstoff-Mangel, tritt ohne Krämpfe, Luftnot, Körper-Ausscheidungen, Angstgefühle usw. ein. Man spricht deshalb auch von einer Stickstoff-Narkose.

 

Das in engen Räumen bzw. beim Ertrinken auftretende panische Ge­fühl (Schnappen nach Luft; Angst, Panik) kommt durch das beim Sauerstoff-Verbrauch entstehende Kohlendioxid (CO2) zustande. Die­ses CO2 regt das Atemzentrum an und verursacht ab etwa 8% die entsprechenden Erstickungs-Atta­cken. (das CO2 meldet an das Gehirn: „At­men, Atmen..!“)

Ohne diesen Mechanismus (CO2 = Befehl zum Atmen) würden wir bei Bewusstlosigkeit oder im Schlaf  einfach aufhören zu atmen und wä­ren nicht lebensfähig.

Stickstoff vermeidet diese Effekte, weil ja gerade das Atem-Regulans CO2 nicht vorhanden ist.

 

Ein Suizid mit Stickstoff (der ja bekanntlich zu 79% neben rund 21% Sauerstoff unsere Atemluft dar­stellt), ist schmerz- und krampffrei. Weil unser Gehirn wegen Sauerstoffmangels den Betrieb einstellt. Und das völlig ohne Warnzeichen!

Neben Stickstoff haben natürlich auch die Edelgase (wie Argon oder Neon) die gleiche Wirkung. Argon wird als Schutzgas beim Schweißen benutzt. Man kann es im Baumarkt in kleinen Einmal-Druckflaschen für ein paar Euro kaufen; Stichwort Schutz­gas-Schweißen.

 

In meiner Zeit bei der Feuerwehr machte ich zweimal Bekanntschaft mit der Stickstoff-Narkose:

Beim ersten Mal war ich selbst be­troffen (und seitdem weiß ich auch, dass dies das Mittel der Wahl ist). Bei einer Übung mit dem soge­nannten Travox-Atemgerät (für Fachleute: Ein sog. Sauerstoff-Kreislauf-Gerät) machte ich einen fast verhängnisvollen Fehler.

Mit diesem Gerät kann sich ein Feuerwehrmann bis zu mehreren Stunden durch Rauch und giftige Gase bewegen (z. B. bei einem Un­glück in einem Bergwerk). Weil er seinen Sauerstoff selbst mitführt, ist er unabhängig von der „äußeren Luft. Diese Gerät ist eine Erfindung von Heinrich Dräger, dem Begrün­der der Dräger-Werke und hat schon tausenden von Bergleuten das Leben gerettet. Nicht umsonst hießen die Gruben-Feuerwehrleute Anfang des 20.Jahrhundert in Eng­land und USA „Draegermen“. Das Prinzip: Aus einem sog. Atemsack atmet man Sauerstoff ein. Die aus­geatmete Luft geht zurück in diesen Sack und enthält dann etwa 5% CO2. Dieses CO2 wird in einer sog. Kali-Patrone (heute auch Atem­kalk-Patrone) gebunden. Mittels einer kleinen Sauerstoff-Flasche wird neuer Sauerstoff zugeführt und das Spiel beginnt aufs Neue.

Ist zu Beginn der Aktion der Atemsack mit Luft gefüllt und wird nicht „leergeatmet“, so reichert sich der STICKSTOFF immer mehr an und die erwähnte (unmerkliche, aber tödlich verlaufende) Stick­stoff-Narkose setzt nach wenigen Minuten ein. Gott sei dank war es bei mir nicht der Ernstfall, sondern nur eine Übung unter Aufsicht. Ich wurde sofort mit reinem Sauerstoff wiederbelebt, kam wieder zu Be­wusstsein und erinnerte mich an gar nichts mehr. Der ganze Vorgang ist mit einer Voll-Narkose ver­gleichbar: Man ist einfach „weg“. Keine Träume, nichts!

 

Den zweiten Fall erlebte ich Anfang der 80er. In einem petrochemischen Werk war ein Maschinenraum stän­dig mit Stickstoff gefüllt. So wollte man verhindern, dass die elektri­schen Pumpen durch einen eventu­ellen Funken eine Explosion er­zeugten.

Trotz Warnschilder betrat ein Ar­beiter diesen Raum. Wir fanden ihn tot auf der Treppe sitzend. Das Gesicht völlig entspannt und auch sonst keine Anzeichen eines To­deskampfes. Es muss ihn völlig überrascht haben; er kam gerade noch dazu, sich hinzusetzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mitte Februar 2013 klappte es mit einem Termin bei Tönnies.

Herr Altemeier hatte sich sogar an einem Samstag die Zeit für ein

2-stündiges, sehr konstruktives Gespräch in der Konzernzentrale

in Rheda-Wiedenbrück genommen.

 

 

Im Schlachthaus der Zentrale werden täglich 28.000 Schweine in einer Art Paternoster durch CO2 getötet. Pro Jahr schlachtet Tönnies in seinen 3 Schlacht-Fabriken über 16 Millionen.

In Deutschland sind es ca. 60 Millionen pro Jahr, die –bevor ihnen die Kehle durchgeschnitten wird- durch CO2 „betäubt“ werden. Wobei nach meiner Meinung diese Art der Betäubung eine Quälerei im Vergleich zum reinen Abstechen (Verbluten) ist!

 

Wir sprachen ab, dass Tönnies Versuche mit Stickstoff am Max Rubner-Institut in Kulmbach durchführen wollte.

Dort hatte die Firma durch Professor Klaus Troeger bereits Untersuchungen über “Nicht aversiv wirkende Gasnarkoseverfahren für Schlachtschweine“ durchführen lassen.

Und in einem Referat auf dem 1. Tönnies Forschungs Symposium sprach der Professor auch von

·        Unkoordinierten Muskelkontraktionen, teilweise mit Lautäußerungen

·        Deutlicher Aversion der Tiere bei Kontakt mit hohen CO2-Konzentrationen unter Zurückweichen, Fluchtverhalten, Anzeichen von Atemnot

bei der Tötung mittels CO2.

 

 

In einer streng wissenschaftlichen Sprache wurde hier die Qual der armen Schweine euphemistisch beschrieben.

 

Ich war also recht hoffnungsvoll, dass den „armen Schweinen“ bald ein gnädiger Tod gewährt werden würde.

 

 

 


Und schrieb die folgende Email an Herrn Altemeier:

 

 

 

 

 

 

 

 

Mail an Altemeier_Toennies über das Gespräch am 16. Februar 2013

 

 

Unser Gespräch am  16. Februar 2013: Stickstoff  statt C02; Betäubung statt Erstickungs-Qual.

 

Sehr geehrter Herr Altemeier,

 

 

 

nochmals vielen Dank dafür, dass Sie am Samstag die Zeit für ein Gespräch mit mir geopfert haben. Hoffentlich waren Ihre beiden Jungs nicht enttäuscht, dass Papa sie warten ließ!

 

Ich fand dieses Gespräch sehr anregend und fruchtbar. Und ich muss sagen, dass ich das Gefühl hatte, mit Ihnen auf der gleichen Wellenlänge zu sein (nicht nur wegen unserer gemeinsamen Leidenschaft für alte Enzyklopädien).

 

Die von Ihrer Firma pro Jahr „verarbeitete“  -für mich kaum vorstellbare- Zahl von  16 Millionen Schweinen. Laut Wikipedia werden in Deutschland ca. 50 Mio. und weltweit ca. 1,5 Milliarden Schweine getötet.

 

Seit Darwin wissen wir, dass der Mensch nicht die Ausnahme („das Ebenbild Gottes“) der Lebewesen ist, sondern nur der Gipfel der Evolution. D.h. wir sind auch mit den Schweinen „verwandt“. An meinem Hund sehe ich täglich, dass auch das Tier so etwas wie eine Seele hat. Und Zuneigung, Angst und Zufriedenheit empfinden kann.

 

Schon aus diesem Grund müssen wir das Leiden der Tiere (wenn wir sie schon umbringen müssen) so gering wie möglich halten.

 

Und ich bin der festen Überzeugung, dass die Stickstoff-Betäubung ein guter Weg dazu ist. Die praktizierte Erstickung mit CO2 ist nach meiner Meinung schlimmer, als wenn man die Schweine ohne die Quälerei dieses Giftes direkt absticht! In Ihrem  sehr ansprechenden Bericht über das 1. Tönnies Forschung Symposium spricht Prof. Troeger diplomatisch von „deutlicher Aversion“ bei hohen CO2-Konzentrationen.

 

Ich bin mir sicher, dass Sie (sowohl im Sinne des Tierschutzgesetzes, als auch aus Mitgefühl für die sensiblen Tiere) meine Idee der „prämortalen Stickstoff-Betäubung“ weiter verfolgen.

 

Stickstoff (Molgewicht 28) hat im Vergleich zu CO2 (Molgewicht 44) den Nachteil, praktisch gleich schwer wie Luft (Molgewicht Luft 29) zu sein. Dies lässt sich nach meiner Überschlagsrechnung durch Abkühlen auf ca. 0 Grad beheben; bei dieser Temperatur ist Stickstoff etwa 10 % schwerer als bei 20 Grad und müsste dadurch ausreichend „Bodenhaftung“ zeigen.

 

Bitte halten Sie mich auf dem Laufenden. Meine nächste Berlinreise wird am 13. März, die Rückfahrt am 22. März sein.

 

Ich bin gerne auch bereit, z.B. für ein Gespräch mit Prof. Troeger, außer der Reihe nach Rheda oder Kulmbach zu fahren.

 

Mit der Hoffnung auf weitere gute Zusammenarbeit und erfolgreiche Versuche zur Substitution von Kohlendioxid verbleibe ich

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

 

 

Ihr Helmuth Herterich

 

 

 

Leider habe ich auf diese Email und auch auf mehrere folgende keine Antwort bekommen.

 

Sehr seltsam!

 

Wenigstens ein 3-Zeiler mit einer bedauernden Absage wäre ein Akt der Höflichkeit gewesen.

 

 

 

Ist das Thema vielleicht zu „heiß“?

 

 

 

 

Mir drängte sich ein bedrückender Verdacht auf:

 

Wenn in China oder Korea Hunde geschlachtet werden sollen, werden sie vor dem Töten verprügelt. Durch den Stress soll das Fleisch zarter und mürber werden!

 

Auch aus der (Hetz-)Jagd ist bekannt, dass das Fleisch von "gehetzten" Wildtieren einen besseren Geschmack hat.

 

Ist etwa der Stress der armen Schweine beim qualvollen Tod durch Ersticken mit CO2 gut für die Qualität des Fleisches??

 

 

Charles Lamb denkt als exaltierter Feinschmecker 1807 in seiner "Abhandlung über Schweinebraten" darüber nach, ob das Totpeitschen junger Schweine -um den Braten zarter zu gestalten (per flagellationem extremam)-  mit Mitgefühl zu vereinbaren sei:

 

 

 

Inzwischen erschienen  Presseberichte über eine Aktion der Grünen bezüglich der Betäubung von Schlachtschweinen bei Tönnies.

z.B.:

http://www.nw-news.de/owl/regionale_wirtschaft/9527255_Toennies_Tiere_regelgemaess_betaeubt.html

 

 

 

 

aus  http://www.nw-news.de/owl/regionale_wirtschaft/9527255_Toennies_Tiere_regelgemaess_betaeubt.html

 

 

30.10.2013
Tönnies: Tiere regelgemäß betäubt

 

 

 

Rheda-Wiedenbrück (nw). Die Tönnies-Gruppe hat auf Medienberichte über mangelhafte Betäubung von Schlachttieren reagiert. Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren umfassende Maßnahmen zur Verbesserung des Tierschutzes und für schonende Schlachtung umgesetzt, heißt es in einer Stellungnahme.


"Wir stellen natürlich sicher, dass alle Schlachttiere ordnungsgemäß betäubt sind", stellte Tierarzt Jörg Altemeier fest, der Leiter der Stabsstelle Tierschutz bei Tönnies. Die von der Bundestagsabgeordneten Bärbel Höhn (Grüne) monierte "Akkordschlachtung" sei bei einem getakteten Produktionsprozess in der Praxis gar nicht umsetzbar.

Tönnies kündigte an, Höhn zu einer Besichtigung der Produktion einzuladen, bei der die Maßnahmen und der Fortschritt im Tierschutz sichtbar würden.

 

 

 

Ich habe deshalb an den Vorstand von Tönnies einen richtigen altmodischen Brief geschrieben.

 

 

 

Leider -wie bereits gewohnt- ohne Antwort!

Dr. Helmuth Herterich

Assessor

 

 

 

02. Mai 2014

Frans-Hals-Straße 29

53757 Sankt Augustin

Tel. 02241-330125

e-mail:

doc-herterich@freenet.de

 

 

Herrn Clemens Toennies

Geschäftsleitung Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG

In der Mark 2

33378 Rheda-Wiedenbrück

 

Betr.: Betäubung der Schlachtschweine; Stickstoff statt CO2

 

 

Sehr geehrter Herr Toennis,

 

Im Oktober  letzten Jahres wurde einige Medienberichte über angeblich mangelhafte Betäubung von Schlachttieren in Ihrem Unternehmen veröffentlicht. In einer Stellungnahme von Ihrer Seite heißt es, das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren umfassende Maßnahmen zur Verbesserung des Tierschutzes und für schonende Schlachtung umgesetzt,.

Zitat: "Wir stellen natürlich sicher, dass alle Schlachttiere ordnungsgemäß betäubt sind", stellte Tierarzt Jörg Altemeier fest, der Leiter der Stabsstelle Tierschutz bei Tönnies.

Die von Ihnen praktizierte Erstickung der Schlachtschweine mit CO2 ist zwar „regelkonform“ und „ordnungsgemäß“, nach meiner Meinung aber schlimmer, als wenn man die Schweine ohne die Quälerei mit diesem Gift direkt absticht!
In dem von Ihrem Unternehmen veröffentlichten  Bericht über das 1. Tönnies Forschung Symposium spricht Prof. Troeger diplomatisch von „deutlicher Aversion“ bei hohen CO2-Konzentrationen.

Die Verwendung von CO2 erzeugt panische Erstickungsanfälle; vergleichbar mit dem „Water-Boarding“. Es ist historisch bedingt und hat sich durch Hineinfallenlassen der männlichen Küken in ein mit Kohlensäure gefüllten Behälter ergeben.

Nach meinen Erfahrungen und Untersuchungen ist Stickstoff das ideale Mittel zur schmerzfreien Beendigung des Lebens.

Bitte lesen Sie dazu die beigefügte Anlage.

Ich bin mir sicher, dass ein stressfreies Betäuben neben der Schmerzfreiheit auch die Fleischqualität der Schlachtschweine verbessert. Zudem sorgt das derzeit verwendete CO2 für eine Übersäuerung des Blutes, was wahrscheinlich ebenfalls Auswirkungen auf die Fleischqualität hat.

Die Umstellung von CO2 auf Stickstoff ist m. E. recht einfach. Auch der Preisunter­schied dürfte gering sein.

Bei einem Gespräch mit Ihrem Herr Altemeier am 16. Februar 2013 in Ihrer Zentrale erfuhr ich, dass Sie ein Forschungsprojekt mit dem Titel „Untersuchungen zu nicht aversiv wirkenden Gasnarkoseverfahren für Schlachtschweine“ in Auftrag gegeben haben.

Leider habe ich von Herrn Altemeier nach diesem Gespräch -das meiner Meinung nach sehr konstruktiv verlief- auf mehrere Emails keine Antwort erhalten.

Es wäre mir ein echtes Herzensanliegen, wenn Sie wenigstens einen Versuch un­ternehmen würden. Und es wäre bestimmt auch für das Image von Tönnies gut, wenn bekannt würde, dass Ihre Schweine einen sanften Tod sterben.

Und ich bin der festen Überzeugung, dass die Stickstoff-Betäubung ein guter Weg dazu ist. Ich hoffe, dass Sie (sowohl im Sinne des Tierschutzgesetzes, als auch aus Mitgefühl für die sensiblen Tiere) meine Idee der „prämortalen Stickstoff-Betäubung“ weiter verfolgen.

 

Falls Sie an der Weiterverfolgung dieser Idee nicht interessiert sind, lassen Sie es mich bitte wissen. In diesem Falle würde ich mich an Vion N.V., bzw. an Frau Höhn wenden, da mir das Thema sehr am Herzen liegt.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

(Dr. Helmuth Herterich)

 

 

 

 

Anlage

 

 

 

 

 

Am Mittwoch, dem 2. Juli wurde überraschend das Töten der Schweine ziemlich ausführlich in den ARD-Tagesthemen behandelt. 

 

http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt-3032.html

 

 

Es wurde gezeigt, wie Schweine sich unter dem Einfluss von CO2 „verhalten“ und vorgeschlagen, stattdessen Helium zu verwenden. Das ist natürlich unrealistisch und auch unnötig. Stickstoff ist viel billiger und auch schwerer als Helium. Und hat auf das Gehirn die gleiche Wirkung.

Das Problem ist allerdings „auf der Tagesordnung“ und ich kann mir gut vorstellen, dass meine Idee auf diese Weise endlich gute Chancen hat, verwirklicht zu werden.

 

 

 

 

Und überraschenderweise am nächsten Tag eine Email von Herrn Altemeier:

Betr.: Betäubung 

 

 

Von Altemeier, Jörg <joerg.altemeier@toennies-forschung.de>   n

Gesendet Donnerstag, 03. Juli 2014 17:02

An:

Dr.Helmuth Herterich <doc−herterich@freenet.de>

Hallo Herr Dr. Herterich,

auch wenn Sie lange nichts von mir gehört haben – das Thema Betäubung läßt uns natürlich nicht los.

Heute abend gibt es um 22:00 Uhr beim SWR einen Bericht, in welchem u.a. das Thema CO2-Betäubung aufgegriffen werden wird.
Prof. Troeger war mit einem Filmteam bei uns, um die Betäubung und Entblutung darzustellen.
Tenor des Beitrages ist, daß bzgl. der Betäubung dringender Handlungsbedarf besteht und das wir dort nach Alternativen suchen. Weiterhin wird über die Kontrollen bei Betäubung und Entblutung berichtet.

Parallel zur Betäubung am Schlachthof wird z.Zt. viel über das Betäuben und Töten von Ferkeln auf dem landwirtschaftlichen Betrieb diskutiert.
Hier habe ich mir mobile Betäubungsanlagen (Kohlendioxid und Elektro) angesehen und bin überhaupt nicht davon überzeugt. Womöglich wäre hier ein Ansatzpunkt, um die von Ihnen vorgestellte Betäubung mit Stickstoff zu testen. Was meinen Sie?

Wenn Sie wieder Richtung Berlin unterwegs sind, machen Sie gerne einen Abstecher zu uns und lassen Sie uns diskutieren und überlegen, wie die nächsten Schritte aussehen können.

Herzliche Grüße aus Rheda-Wiedenbrück,

Jörg Altemeier

 

Geschäftsführer
Stabsstelle Tierschutz Tönnies-Konzern

 

 

 

 

Und das war meine umgehende Antwort:

 

RE: Betäubung mit Stickstoff 
 
Von Dr. Helmuth Herterich <doc-herterich@freenet.de>  
Gesendet Donnerstag, 03. Juli 2014 23:32
An:

 

 

Sehr geehrter Herr Altemeier.

 

Vielen Dank für Ihr Email.

 

Ich bin recht überrascht und sehr erfreut, dass Sie sich nochmals bei mir melden.

 

Da ich auf meinen Brief an Herrn Clemens Tönnies Anfang Mai dieses Jahres keine Antwort bekam, habe ich -wie im Brief angekündigt- mich mit dem Gedanken getragen, mich an die GRÜNEN bzw. an eine mir bekannte Reporterin der "Zeit" zu wenden.

Ich habe aber bisher davon Abstand genommen. Eine direkte Zusammenarbeit mit Ihnen ist mir viel lieber als eine unnötige Konfrontation! Und bestimmt auch zielführender.

Mein Ziel ist wirklich nur, den armen Schweinen einen "gnädigen Tod" zu ermöglichen.

 

Und ich habe große Hoffnung, dass Sie der Stickstoff-Narkose eine Chance geben!

 

Ich werde am Mittwoch, den 16. Juni wieder nach Berlin fahren und würde mich sehr freuen, wenn Sie -am frühen Nachmittag- eine Stunde Zeit für mich hätten.

 

 

mit freundlichen Grüßen,


Dr. Helmuth Herterich

 

…….und wieder keine Antwort!

Sehr seltsam und irgendwie unverständlich!

 

 

Inzwischen kann man sich sogar auf Youtube über die Problematik der CO2-Quälerei informieren:

 

 

http://www.youtube.com/watch?v=vnF_xtOdOho

 

http://www.youtube.com/watch?v=ZYHkLkt1rGY

 

http://www.youtube.com/watch?v=sWinFScF1pc

 

Wobei Stickstoff die gleiche Wirkung wie das viel teuere Helium besitzt.

 

 

 

Nach telefonischer Auskunft des MRI in Kulmbach ist Professor Troeger inzwischen pensioniert .

 

Sein engster Mitarbeiter Matthias Mojehat hat an allen bisherigen Versuchen teilgenommen. Mit ihm führte ich ein langes und konstruktives Telefongespräch.

Das folgende Email (mit den Dateien "Stickstoff statt Kohlendioxid" und "Möglichkeiten zur Beendigung des Lebens" als Anhang)  habe ich ihm am 7. November 2014 geschickt (und wiedereinmal nicht die Spur einer Antwort!):

 


07. 11. 2014

mail an Herrn Matthias Moje vom Max Rubner-Institut in Kulmbach

 

Betr.: Stickstoff-Betäubung

 

 

Sehr geehrter Herr Moje,

 

vielen Dank für das heutige Telefon-Gespräch. Ich habe vor einigen Wochen in den Tagesthemen einen Bericht über die Forschungen von Ihnen und Professor Troeger gesehen.

Ich esse gerne Fleisch, möchte aber nicht, dass die Schlachtschweine dafür unnötig gequält werden.

Bereits im September 2012 habe ich mich mit der Firma Tönnies in Verbindung gesetzt und vorgeschlagen, das qualvolle Ersticken der Schweine mit CO2 durch eine schmerzfreie Narkose mit Stickstoff zu ersetzen.

 

Bei einem Treffen mit Herrn Altemeier, dem zuständigen Veterinär der Firma Tönnies, habe ich erfahren, dass an Ihrem Institut Versuche zu nicht aversiv wirkenden Gasnarkoseverfahren für Schlachtschweine durchgeführt werden.

 

Physiologisch wirkt Stickstoff genauso wie das von Ihnen benutzte Helium.

 

Es hat jedoch gravierende Vorteile:

 

·        N2 ist viel billiger. Deshalb entfällt auch eine Apparatur zur Rückgewinnung, wie es bei Helium notwendig ist. Der Preisunterschied zum CO2 dürfte marginal sein.

·        Mit einem Molekulargewicht von 28 ist Stickstoff viel schwerer als Helium (MG = 4) und bei Normaltemperatur nur unbedeutend schwerer als Luft („MG“ = 29). Wenn man Stickstoff in tiefkalter Form bevorratet, könnten die gleichen „Paternoster-Anlagen“ wie bei der CO2-Betäubung weiter verwendet werden. (Kaltes Stickstoff-Gas von etwa 0 Grad ist fast so schwer wie CO2)

 

Ich schlage Ihnen deshalb vor, Ihre Versuche auf Stickstoff auszudehnen.

 

Meine Erfahrungen über Stickstoff -als das ideale Mittel zur Beendigung des Lebens- habe ich bei meinen Untersuchungen für einen schmerzfreien und ästhetischen Suizid gesammelt. (siehe Anlagen)

 

Ich würde mich freuen, wenn ich meine Gedanken mit Ihnen austauschen dürfte  und verbleibe

 

mit freundlichen Grüßen

 

 

Dr. Helmuth Herterich 


Dann am 21. November 2014 überraschenderweise eine Email von Herrn Altemeier:

 

Von Altemeier, Jörg <joerg.altemeier@toennies-forschung.de>  

Gesendet Freitag, 21. November 2014 13:32

An:

Dr.Helmuth Herterich <doc−herterich@freenet.de>





Hallo Herr Dr. Herterich,

zum Thema Betäubung diskutieren wir hier in Rheda am 05. Dezember 2014 ab 13:30 Uhr mit Vertretern der Tierschutz-Organisationen Eyes on Animals, Tierschutzbund Zürich und Animal Welfare Foundation.

Wir wollen u.a. über die Vor- und Nachteile verschiedener Betäubungsmethoden, über die Bedeutung prämortalen Stresses und über sinnvolle nächste Schritte bei der diesbezüglichen Forschung sprechen.

Wir laden Sie herzlich zu dem Treffen ein und würden es sehr begrüßen, wenn Sie, sofern Ihre Zeit es erlauben sollte, an dem Gespräch teilnehmen würden.

Mit den besten Grüßen aus Rheda-Wiedenbrück,

Jörg Altemeier



 

Meine Antwort auf die Einladung zu dem Symposium:

 

Ihre Einladung für den 5. Dezember 2014 

Von Dr. Helmuth Herterich <doc-herterich@freenet.de>  

Gesendet Donnerstag, 27. November 2014 23:03

 

Sehr geehrter Herr Altemeier,

 

vielen Dank für die Einladung zu dem o.g.Symposium.

Ich fühle mich geehrt, aber ich habe mich entschlossen, nicht daran teilzunehmen.

Da ich der ganzen Sache recht emotional verbunden bin, bestünde die Gefahr, dass ich mich "auf die falsche Seite schlage".

Wie ich Ihnen schon erklärt habe, habe ich absolut nichts gegen das Schlachten von Schweinen. Ich möchte nur nicht, dass die Tiere unnötig leiden, bevor sie auf meinem Teller landen.

 

Ich bin immernoch zuversichtlich, dass Sie und Ihre Firma selbstgesteuert (und ohne öffentlichen oder gesetzlichen Druck) auf das optimale Verfahren der Stickstoff-Narkose umstellen werden. Das braucht halt seine Zeit!

 

Als Anlage sende ich Ihne das mail, das ich (nach einem längeren und konstruktiven Telefongespräch) an Herrn Moje gesandt habe.

Sie werden ihn bestimmt kennen, da er die Versuche von Professor Troeger fortführt.

 

Ich halte das Helium-Verfahren für einen sehr kostspieligen Umweg. (Wenn schon statt Stickstoff Edelgas benutzt werden soll, warum nicht das viel billigere Argon?) Ihr derzeitiges CO2-verfahren ließe sich ohne größeren Aufwand auf das  Stickstoff-Verfahren umstellen. Außerdem ist Stickstoff  (wegen der Schwere) sehr viel leichter zu applizieren als das extrem leichte Helium. Von der Größenordnung des Preisunterschiedes ganz zu schweigen.

 

Sie müssen m.M. nach sehr auf der Hut sein, dass der Gesetzgeber nicht irgendwann das (teuere Helium-Verfahren) vorschreibt.

 

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und weitere Erkenntnisse bei dem o.g. Symposium. Und ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mich weiter auf dem Laufenden halten würden.

 

herzlichst,

 

Ihr Helmuth Herterich

 

 

Hier die Antwort von Herrn Altemeier vom 12. 12. 2014:

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: "Altemeier Jörg" [joerg.altemeier@toennies-forschung.de]
Gesendet: Fr. 12.12.2014 07:38
An: "Dr.Helmuth Herterich" [doc-herterich@freenet.de]
Betreff: Betäubung


Guten Morgen Herr Dr. Herterich,

am vergangenen Freitag habe ich mich, wie angekündigt, mit ein paar Leuten getroffen und über Alternativen zur Kohlendioxidbetäubung diskutiert.

Die Stickstoffvariante geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Die technische Herausforderung besteht darin, eine Stickstoffatmosphäre mit genügender Konzentration lange genug auf das Tier einwirken zu lassen. Beim Kohlendioxid und auch beim Helium sind die großen Dichteunterschiede zur Luft ein enormer Vorteil, den wir beim Stickstoff nicht haben.

Ich suche nun nach Lösungen für dieses Problem. U.a. bin ich auf einen Hersteller von Stickstoffgeneratoren gestoßen, mit dem ich mich zeitnah treffen werde, um meine ersten Ideen zur praktischen Umsetzung zu diskutieren. Ein großer Vorteil ist hierbei sicherlich die volle Unterstützung durch meinen Chef, der eine praxistaugliche Lösung sofort implementieren würde.

Sofern Sie Interesse daran haben, an solchen Treffen teilzunehmen bzw. Ihre Erfahrungen mit einbringen möchten, bitte ich Sie um entsprechende Mitteilung.
Über die weitere Entwicklung halte ich Sie auf dem Laufenden.

Ich bitte Sie, diesen Schriftverkehr vertraulich zu behandeln.

Mit den besten Wünschen für eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit,

Jörg Altemeier

 

 

 

Und hier meine Antwort am 27. Dezember 2014

 

 

Sehr geehrter Herr Altemeier,

 

über Ihre mail habe ich mich sehr gefreut. Und ich bin ein bisschen stolz, dass Sie mich bei Ihren weiteren Versuchen miteinbinden wollen!

Wie Sie wünschen werde ich Ihre mails vertraulich behandeln.

 

Als ehemaliger Assistent und Berater des Vorstandes für Sicherheit und Umwelt eines großen Chemie-Konzerns weiß ich, wie schwierig es ist, die Balance zwischen den wirtschaftlichen Zwängen und der öffentlichen Meinung zu halten. Aus diesem Grund habe ich an dem von Ihnen erwähnten letzten Gespräch mit „kritischen“ Außenstehenden nicht teilgenommen.

 

Ich habe ein längeres und durchaus erfreuliches Telefongespräch mit Herrn Moje, dem Nachfolger von Professor Troeger geführt. Auf mein email mit den Details und Gründe für die Stickstoff-Narkose habe ich bisher noch keine Antwort bekommen. Es ist mir nicht erklärlich, warum das MRI die Helium-Variante bevorzugt.

 

Wie schon der Name sagt, ist STICKSTOFF „erstickend“.

Auszug aus Wikipedia: „Die deutsche Bezeichnung Stickstoff erinnert daran, dass molekularer Stickstoff Flammen löscht („erstickt“) oder dass in reinem Stickstoff Lebewesen ersticken.“

 

Und zwar ohne chemische/physiologische Nebenwirkungen wie z.B. das CO2.

 

Helium wirkt (als Edelgas!) ebenfalls inert, das sagt ja schon der Name „Edelgas“. Aber kein Chemiker würde im Labor Helium zum Inertisieren einsetzen. Viel zu teuer, viel zu leicht!

 

Wieso schreiben Sie, dass der Dichteunterschied von Helium zur Luft ein Vorteil ist?

 

Nebenbemerkung:

Die Dichten von Gasen verhalten sich wie die Molekulargewichte. (Für Luft nimmt man -auf Grund der Zusammensetzung aus 80 % Stickstoff und 20 % Sauerstoff- ein „Molekulargewicht "von 29 an).

Luft 29

Helium 4

Stickstoff 28

CO2 44

D.h. CO2 ist mehr als doppelt so schwer wie Luft. Deshalb nimmt man es auch (neben Stickstoff) zum Feuerlöschen!

Helium wiegt nur 1/7 von Luft. Deshalb nimmt man es zum Füllen von Ballons!

Stickstoff ist etwas leichter als Luft. Rechnerisch hat es bei 10 Grad Celsius die gleiche Dichte wie Luft von 20 Grad.

 

Bei der Bevorhaltung von großen Mengen Stickstoff haben Sie mehrere Möglichkeiten. (200 bar-Flaschen-Batterien sind wahrscheinlich bei den Mengen, die Sie benötigen, zu unwirtschaftlich!):

 

1.     Luftzerlegung mit Molekularsieben

2.     Isoliertank mit flüssigem Stickstoff

 

Die Abkühlung des Narkose-Gases auf die gewünschten 5-10 Grad entsteht bei der 1. Möglichkeit durch die Druckentspannung; bei der 2. Möglichkeit von selbst.

 

 

Wie gesagt, bin ich an der Umsetzung unserer Idee sehr interessiert und würde mich freuen, wenn Sie mich auf dem Laufenden halten und evtl. zu Besprechungen und Versuchen einladen.

 

Ich wünsche Ihnen für das kommende Jahr viel Erfolg und Zufriedenheit und natürlich Gesundheit!

 

 

Ihr

 

Helmuth Herterich

 

 

 

 

 

 

Hier das mail von Herrn Altemeier vom 8. Januar 2015

 

Sehr geehrter Herr Dr. Herterich,

zunächst wünsche ich Ihnen für das Neue Jahr alles Gute – vor allem Gesundheit!

Über Ihre Antwort habe ich mich sehr gefreut.

Ihre Erfahrung mit dem MRI kann ich gut nachvollziehen.

Ich bin daher an Herrn Dr. Marahrens und Frau Dr. Schwarzlose vom Friedrich-Loeffler-Institut in Celle herangetreten, die ich von gemeinsamen Forschungsprojekten her kenne und die sich ebenfalls intensiv mit dem Thema Betäubung auseinandersetzen. Dort ist man dem Thema Stickstoff gegenüber äußerst aufgeschlossen und arbeitet bereits auf dem Gebiet.

 

Ich hatte geschrieben, daß der Dichteunterschied von Helium bzw. Kohlendioxid zu Luft für uns von Vorteil ist, da diese Gase sich quasi von selbst von der Luft separieren und oben bzw. unten in entsprechenden Kammern „aufkonzentrieren“. Nach den Aussagen von Dr. Marahrens/ Dr. Schwarzlose benötigen wir für eine sichere Betäubung sehr hohe Stickstoff- (bzw. sehr niedrige Sauerstoff-) Konzentrationen. Durch den Transport von Tieren durch Kammern o.ä. gibt es laufend Vermischungen des Betäubungsgases mit der Umgebungsluft. Wir brauchen eine Lösung, um den (möglichst konzentrierten) Stickstoff lange genug auf die Tiere einwirken zu lassen.

 

Wir haben jetzt ganz kurzfristig für Dienstag, den 13. Januar 2015 ab 12:00 Uhr ein Treffen bei uns im Hause vereinbart, an dem

·        die beiden genannten Wissenschaftler,

·        ein Ingenieur der Fa. Inmatec (Luftzerlegung mit Molekularsieben;  mit derartigen Geräten arbeiten wir bereits in einem Hochregallager, in welchem wir eine veränderte Luftzusammensetzung benötigen)

·        unser technischer Leiter (Konzern)

·        unsere leitenden Schlachthoftechniker

·        und ich

teilnehmen werden und zu dem ich Sie auch ganz herzlich einladen möchte.

Bei dem Treffen soll es in erster Linie um die erforderlichen Stickstoffkonzentrationen aus Sicht des FLI und um die technische Machbarkeit gehen.

Mit den besten Grüßen aus Rheda-Wiedenbrück,

Ihr

Jörg Altemeier

 

 

 

 

 

 

 

Hier meine Antwort :

 

Von Dr. Helmuth Herterich <doc-herterich@freenet.de>  

Gesendet Freitag, 09. Januar 2015 12:22

An:

Altemeier Jörg <joerg.altemeier@toennies−forschung.de>

 

Sehr geehrter Herr Altemeier,

recht herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort und die guten Wünsche für das neue Jahr.

Ich habe mich über Ihre Einladung sehr gefreut und komme selbstverständlich zu dem Treffen in Ihrer Firma am kommenden Dienstag.

Hier noch einige Gedanken:

Die Applikation von Stickstoff muss nicht 100%ig sein. So wie ein Feuer schon bei ca. 10 Vol% Sauerstoff ausgeht, erlischt auch das "Lebenslicht" bei Sauerstoff-Konzentrationen unter 7-8%.

Das entspricht der Todeszone des Bergsteigers (ab 8.000m).

Bei einer Mischung  von 2/3 Stickstoff-Gas mit 1/3 Luft kommt man bereits auf die genannten 7 %.

 

1) Bei einem kontinuierlichen Übergang der N2-Konzentration von 80 % (Normal-Luft) auf die genannten 90-95 % wird die Narkose nicht schlagartig eintreten (wie beim spontanen Übergang in eine 100%ige N2-Atmosphäre).Sondern ähnlich wie beim Bergsteigen in die Todeszone: Euphorisch/berauscht bis es dann zum Exitus kommt.

Vielleicht kann man die Schweine durch einen Flur in den Elevator treiben, in dem die N2-Konzentration (durch die unvermeidliche Leckage beim Zugang) auf die erforderliche Konzentration ansteigt.

2) Sie haben mir bei unserem letzten Treffen gesagt, dass es notwendig ist, dass die Schweine bei der Blutabnahme bereits tot sind. Wir sollten deshalb nicht mehr von einer Narkose sprechen. Das könnte m.E. bei evtl. "Gutmenschen" eine Aversion gegen diese Methode hervorrufen.

Vielleicht können Sie ein Brain-Storming machen: Finis, Telos, Exitus, Somnus, Terminus...

==> terminale Narkose? Exitose? Finale Hypoxie?

 

Ich freue mich auf das Treffen bei Ihnen und wünsche Ihnen und Ihrer Firma, dass mit wenig finanziellem Aufwand die Umstellung auf das humane Stickstoff-Verfahren gelingt.

 

Ihr  Helmuth Herterich

 

N.B.: falls das Treffen wider Erwarten nicht stattfinden kann, rufen Sie mich doch bitte auf meinem Handy 0163-9290705 an.

 

 

 

Am Dienstag den 13. Januar 2015 fand das Treffen statt. Alles lief bestens!

 

Toennis will doch tatsächlich in seinen 5 Schlachtfabriken auf Stickstoff umstellen.

Für die Industrie ist Helium (selbst bei Wiederverwertung) mit ca.  50 Cent pro Schwein zu teuer!

Tönnies und 2 Fach-Doktoren vom Friedrich-Loeffler-Institut in Celle sind offensichtlich vom Stickstoff überzeugt. In Celle haben sie bereits mit Argon sehr gute Experimente gemacht. Und was mit Argon geht, geht auch mit Stickstoff und sie sparen das Recycling!

 

Es war eine sehr konstruktive Besprechung. Ich wurde  vom Leiter Tierschutz Altemeier gelobt, weil ich ihn seit 2 Jahren nicht in Ruhe lasse. Sogar der oberste Chef (Tönnies)  schaute mal kurz vorbei und erwähnte, dass es ihnen Ernst mit der Stickstoff-Narkose ist.

Sie haben -nach meinem Vorstoß vor 2 Jahren (so lange zieht sich das schon hin)- die Tiere im CO2-Paternoster genau beobachtet und (oh Wunder!) bemerkt, dass sie richtig leiden bevor sie sterben.  Die Fachleute nennen das „aversiv und konvulsiv reagieren".

Es wird  noch eine wissenschaftliche Versuchsreihe  im Friedrich-Loeffler-Institut in Celle gemacht, damit die Genehmigung erfolgen kann; dann eine Pilotanlage in Weißenfels gebaut und anschließend in Rheda auf Stickstoff umgestellt.

In den 5 Werken werden täglich (!) 55.000 Schweine ins Jenseits befördert (Jährlich mehr als 17 Millionen). Wenn die alle in Zukunft "gutgelaunt" (so fängt die Stickstoff-Narkose an) ohne Angst und Krämpfe ableben, werde ich wohl einige Karma-Punkte gutgeschrieben bekommen!

 

Fakt ist: Wenn Tönnies auf Stickstoff umstellt, müssen die anderen Schlachter ebenfalls umstellen! Allein in Deutschland betrifft das 60 Millionen Schweine pro Jahr. 

 

Ich habe zu Altemeier gesagt, wenn die Evolution etwas anders verlaufen wäre, hätte „sus scrofa domesticus“ das Sagen und der „homo sapiens sapiens“ hinge am Haken bei Tönnies. Er ist so intelligent und so unvoreingenommen, dass er meinen Scherz verstanden hat.

 

Zusätzlich zu den 17 Millionen Schweinen werden bei Tönnies jährlich 300.000 Rinder durch Kopfschuss getötet. Man kann es sich kaum vorstellen: Da steht ein Mann vor einer Box, in die das Rind unter Sträuben hinein geschoben wird. Er setzt den schweren Bolzenschuss-Apparat mehr oder minder gut auf die Stirn der Kuh und drückt ab. Bei ca. 10-15 % muss 2-mal geschossen werden, weil er nicht genau getroffen hat.

Ich habe Altemeier gefragt, ob er diesen Job machen würde?

Wenn ein Indianer auf die Büffeljagd geht und einen Büffel schießt, macht er das, damit seine Familie den Winter überlebt. Was muss in einem Mann vorgehen, der jeden Tag von morgens bis abends in die vor Angst aufgerissenen Augen einer Kuh schaut und ihr dann den Bolzen-Apparat an den Kopf setzt? Die dann zusammenbricht und Kot und Urin unter sich lässt.

Von meinem Hund bin ich überzeugt, dass er eine Seele hat. Und eine Kuh oder ein Schwein hat auch eine! Aber wie Albert Schweitzer sagte, können wir nicht leben, ohne zu töten. Und wenn es nur Bakterien sind, die ja unsere Vorfahren in der Evolution waren. Aus diesem Dilemma kommen wir nicht heraus. Selbst wenn wir -wie die indischen Wanderprediger- den Weg vor uns mit einem Besen kehren lassen, damit wir nicht aus Versehen einen Wurm todtreten.

 

Vielleicht kann ich noch bewirken, dass diese archaische Tötungsmethode „entmenschlicht“ wird und die Rinder ebenfalls mit Stickstoff narkotisiert werden. Man müsste ihnen eine Art Kopfhaube mit Stickstoff-Anschluss über den Kopf hängen. Angesprochen habe ich es.

 

Man will jedoch erst mal bei den Schweinen anfangen.

 

Ich  bin richtig stolz, dass ich das geschafft habe.

 


 

 

 

 

Hier mein mail an Herrn Altemeier am übernächsten Tag:

 

Gesendet Donnerstag, 15. Januar 2015     14:19

 

An:

Altemeier Jörg <joerg.altemeier@toennies−forschung.de>

 

Sehr geehrter Herr Altemeier,

die Besprechung am 13. bei Ihnen hat mir sehr gefallen.

Vor allem Ihre kompetente und humorvolle Leitung der Diskussion hat mich beeindruckt. Zwischen Ihnen und Ihren beiden Kollegen scheint ja offensichtlich "die Chemie" zu stimmen. Ich bin auch sehr beeindruckt von der ganzen positiven Atmosphäre, die offensichtlich in Ihrem Unternehmen herrscht. Aber das ist ja "meine Rede seit 33" -wie mein Vater immer sagte-: Inhabergeführte mittelständische Unternehmen mit einem Patriarchen an der Spitze sind wie eine Familie. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Die Idee von Herrn Marahens mit dem Schaum finde ich sehr faszinierend.

Wenn ich auch immer noch der Meinung bin, dass eine schlagartig 100%ige N2-Beaufschlagung nicht nötig ist. Im Ballon oder Flugzeug entsteht ja auch keine Unruhe bei der  kontinuierlichen Hypoxie. Sondern Ruhe, Gelassenheit, Beschwingtheit!

Die von Herrn Marahrens vermutete Azitose kann ich nicht nachvollziehen. Wo soll den die Säure herkommen? Das Atmungs-CO2 wird ja vollständig abgeatmet. Im Gegensatz zum Atmen in steigender CO2-Konzentration.

 

Vielleicht  sollte man Ihre Idee mit der Flutung des Eingangs-Tunnels zum Paternoster inkl. der kontinuierlichen Stickstoff-Einspeisung in den Paternoster nicht aus den Augen verlieren. Natürlich mit den entsprechenden Schleusen.

 

Die Bedenken Ihres Leitenden Schlachthof-Technikers wegen des negativen Eindrucks des Schaumes auf Zuschauer kann ich gut nachvollziehen. Dieser Mann scheint sowieso ein recht schlauer Kopf zu sein!  Könnten Sie mir bitte seine email-Adresse geben, damit ich ihm mal persönlich schreiben kann?

 

Ich hoffe auch weiterhin von Ihnen über den Fortgang der Stickstoff-Exitose unterrichtet zu werden und bedanke mich nochmals dafür, dass Sie mir Gelegenheit gegeben haben, meine Ideen vorzutragen.

herzlichst,

Ihr Helmuth Herterich

 

 

 

Jetzt muss man einfach abwarten, wie es weitergeht. Wenn es wirklich klappt, habe ich jede Menge Karma-Punkte (wie mein Sohn Felix sagt)!

 

 

Am 22. Januar 2015 wurde im SWR unter dem Titel

" Besser schlachten? Neue Methode kann schreckliche Tierquälerei deutlich vermindern" berichtet:

 

http://www.swr.de/odysso/besser-schlachten-neue-methode-kann-schreckliche-tierquaelerei-deutlich-vermindern/-/id=1046894/did=13451574/nid=1046894/9x755v/index.html

 

Meine Idee über CO2 als ungeeignetes "Betäubungs-"Gas scheint ja um sich zu greifen.
Aber warum das teure Helium? Dem Gehirn ist es doch völlig egal, welches Inertgas zu Hypoxie führt! Es darf nur nicht das "Reiz-"Gas CO2 sein!

 

 

 

Hier mein „Bericht“ an meine Tochter:

 

Mail an Anke über die Tönnies-Besprechung jan 15

 


Von: Dr. Helmuth Herterich <doc-herterich@freenet.de>
An: Anke Lanzon <ankelanzon@yahoo.de>
CC: von-dreusche@web.de
Gesendet: 23:21 Dienstag, 13.Januar 2015
Betreff: Finale Stickstoff-Narkose

 

Hallo meine Lieben,

 

komme gerade von Rheda zurück. Die wollen doch tatsächlich in ihren 5 Schlachtfabriken auf Stickstoff umstellen. War eine sehr konstruktive Besprechung. Ich wurde sogar vom Leiter "Tierschutz" gelobt, weil ich ihn seit 2 Jahren nicht in Ruhe lasse. Sogar der oberste Chef (Tönnies) war mal kurz dabei und hat erwähnt, dass es ihnen Ernst ist. Sie haben nach meinem Vorstoß vor 2 Jahren (so lange zieht sich das schon hin) die Tiere im CO2-Paternoster genau beobachtet und (oh Wunder!) bemerkt, dass sie richtig leiden bevor sie sterben. Es wird  noch ein wissenschaftlicher Versuch gemacht, damit die Genehmigung erfolgen kann; dann eine Pilotanlage in Weißenfels gebaut und dann in Rheda auf Stickstoff umgestellt. In den 5 Werken werden täglich (!) 55.000 Schweine ins Jenseits befördert (Jährlich mehr als 17 Millionen!!).

Wenn die alle in Zukunft "gutgelaunt" (so fängt die Stickstoff-Narkose an) ohne Angst und Krämpfe ableben, werde ich wohl einige Karma-Punkte gutgeschrieben bekommen!

Fakt ist: Wenn Tönnies auf Stickstoff umstellt, müssen die anderen Schlachter ebenfalls umstellen! Allein in Deutschland 60 Millionen pro Jahr.

 

 

Ich habe zu Altemeier gesagt, wenn die Evolution etwas anders verlaufen wäre, hätten die Schweine („Sus scrofa domesticus“) das Sagen und der „homo sapiens sapiens“ hinge am Haken bei Tönnies. Der ist so intelligent, dass er meinen Scherz verstanden hat.

 

300.000 Rinderwerden bei Tönnies jährlich durch Kopfschuss getötet. Man kann es sich kaum vorstellen: Da steht ein Mann vor einer Box, in die das Rind unter Sträuben hineingeschoben wird. Er setzt den mehre Kilo schweren Bolzenschuss-Apparat mehr oder minder gut auf die Stirn der Kuh und drückt ab. Bei ca. 10-15 % muss 2 mal geschossen werden, weil er nicht genau getroffen hat. Ich habe Altemeier gefragt, ob er diesen Job machen würde?

Vielleicht kann ich noch bewirken, dass diese archaische Tötungsmethode „entmenschlicht“ wird und die Rinder ebenfalls mit Stickstoff narkotisiert werden. Man müsste ihnen eine Art Kopfhaube mit Stickstoff-Anschluss über den Kopf hängen. Angesprochen habe ich es. Man will jedoch erst mal bei den Schweinen anfangen.

 

Auf jeden Fall sieht es für die Bronze-Tafel ganz gut aus!

 

Bis bald!

 

 

Papa

 

Von Anke Lanzon <ankelanzon@yahoo.de>  

Gesendet Mittwoch, 14. Januar 2015 08:58

An:

Dr. Helmuth Herterich <doc−herterich@freenet.de

 

Papa, du bist der Beste!!!! Ich bin so stolz auf dich! Wow, wenn das wirklich Realität wird, dann hast du dir deine Messingtafel an der Hauswand redlich verdient :) Bleib'  dran, die dürfen jetzt nicht mehr einknicken. Echt super, wer hätte das gedacht, dass nach diesen langen Pausen, in denen sie sich nicht gemeldet haben, doch noch was voran gegangen ist. Was lernen wir daraus: immer dran bleiben! Echt super Papa. Ich bin ganz aus dem Häuschen! Für all die armen Schweine, was für eine Erleichterung, wenn sie auf Stickstoff umstellen. Dann isst man wieder mit einem besseren Gewissen Schweinefleisch. Wie ist das eigentlich bei Rindern? Wie werden die umgebracht? Auf die gleiche Weise? Das wäre ja dann der nächste Schritt :)

 

Deine stolze Tochter Anke

 

Anke Lanzon
Mediengestalterin
Krossener Str.12
10245 Berlin

fon: ++49(0)151 56 16 27 43
mail: ankelanzon@yahoo.de

 

 

 

Herr Altemeier hat mich gebeten, die weiteren Emails und Besprechnugsnotizen vertraulich zu behandeln.

 

Ich entspreche seinem Wunsch und deshalb endet die Veröffentlichung der Aktion hier.

 

 

 

Nachtrag Dezember 2018:

 

Laut einem Telefongespräch mit Herrn Altemeier ist der Versuch mit Schaum in die Hose gegangen.

Die schlauen Schweine "riechen den Braten" und weigern sich unter heftigen Protesten (sie reagieren euphemistisch ausgedrückt "aversiv").

 

Die ganze Sache zieht und zieht sich. Ob ich die Umstellung der Tötung noch erleben werde?

Jetzt sollen in einem dänischen Schlachthof Versuche mit Lachgas gemacht werden

Kennen Sie vielleicht diesen Choral?

"Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache - auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört."

 

Hans Joachim Friedrichs

You don’t know what you got,
until it’s gone.

Cinderella

Störche und Geburten
Störche und Geburten.ppt.pps
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Haben Sie schon einmal über einen Imagefilm oder ein Animationsvideo nachgedacht?

 

Die Filmemacherin Anke Lanzon und ihre Firma Webfilm Berlin erstellen beeindruckende Unternehmensfilme für Webseiten.

 

Einfach mal `reinschauen:   

  http://www.webfilm-berlin.de/

Task Management
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Intelligenz und Fleiß
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Das gelungene, vollendete, erfüllte Leben ist eines, in dem wir in Einklang mit unsrer Natur das Beste aus unseren Möglichkeiten gemacht haben – selbstverständlich ohne den Mitmenschen zu schaden, ohne andere unglücklich zu machen.

 

Der Philosoph Bernulf Kanitscheider, Spektrum der Wissenschaft, Juli 2008

 

Des Menschen Tage sind wie Gras,
er blüht wie die Blume des Feldes.

Fährt der Wind darüber, ist sie dahin;
der Ort, wo sie stand, weiß von ihr nichts mehr.

 

Psalm 103

Es wäre doch möglich, dass einmal unsere Chemiker auf ein Mittel gerieten, unsere Luft plötzlich zu zersetzen, durch eine Art Ferment. So könnte die Welt untergehen.


Georg Christoph Lichtenberg

Letzte Worte des Indianerhäuptlings Crowfoot

Nur noch eine kurze Weile, dann bin ich von euch gegangen. Wohin, das kann ich euch nicht sagen. Wir kommen aus dem Nirgendwo, und wir gehen ins Nirgendwo. Was ist das Leben? Es ist der Lichtblitz eines Leuchtkäfers in der Nacht. Es ist der Atem eines Büffels im Winter. Es ist der kleine Schatten, der über das Gras huscht und sich im Sonnenuntergang verliert.

 

Crowfoot (um 1830 – 1890) Häuptling der Blackfoot-Indianer, 25. April 1890

 

Gespräch von Anno 33:

A: Wissen Sie schon das Neueste?

B: Nein, was ist passiert?

A: Die Welt ist erlöst!

B. Was Sie sagen!

A: Ja, der liebe Gott hat Menschengestalt angenommen und sich in Jerusalem hinrichten lassen: dadurch ist nun die Welt erlöst und der Teufel geprellt.

B: Ei, das ist ja ganz scharmant.

 

Arthur Schopenhauer

 

 

Damit wir beginnen können, dem Tod seinen größten Vorteil uns gegenüber zu entreißen, sollten wir eine vollkommen andere Einstellung einnehmen als die übliche; lasst uns den Tod seiner Fremdheit berauben; lasst uns Umgang mit ihm pflegen, damit wir uns an ihn gewöhnen, lasst uns ständig an ihn denken.

 

Michel de Montaigne

 

Wärst net aufigstiegn

Wärst net obi gfalln.

Hättst mei Schwester kriegt.

Wärst mei Schwager worn

Hättst a Häusla ghabt

und a Kuh dazu

und a Millisuppn auf die Fruh.

 

Kärntener Volkslied

Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.

 

Jean Jaurès

„Calumniare audacter, semper aliquid haeret“ – (Verleumde nur dreist, irgendetwas bleibt immer hängen!)

 

Plutarch