Der Zufall meiner Existenz

 

 

 

Eigentlich dürfte es mich gar nicht geben. Ich verdanke meine Existenz mehreren ungeheuren Zufällen.

 

 

 

Zu meiner Zeugung im August 1945 war mein Vater nach fast 6 Jahren Kriegsdienst als Minenräumer körperlich heil zurückgekommen. Dass er das Himmelfahrts-Kommando „Minen-Räumen“ überlebt hat, war schon fast ein Wunder.

 

Dann machten sich in dieser Nacht etwa 300 Millionen Spermien (so viele, wie die USA Einwohner hat!) auf den Weg durch die Scheide meiner Mutter zum reifen Ei. Das ist für ein Spermium etwa so schwierig, als wenn ein Mensch durch den Atlantik aus zähem Honig von Hamburg bis New York schwimmen müsste.

 

 

Und dann hat 1 Spermium -nämlich meines!- den Wettkampf der 300 Millionen gewonnen. Wäre ein anderes als erstes angekommen, dann gäbe es mich nicht. Dann wäre der „Helmuth Herterich“ nicht gezeugt worden. Dann wäre „ich“ in der Nicht-Existenz geblieben!

 

 

Und dann meine Geburt im Mai 1946: Extremer Hunger in Deutschland. Pro Person gab’s nur 800 Kalorien zu essen zugeteilt. Notwendig sind mindestens 1500. Dazu die Brustentzündung meiner Mutter. D.h. Stillen war nicht mehr möglich. Babynahrung (wie heute) gab’s damals nicht. Also wurde ich mit Mehlbrei ernährt. Und irgendwie hat es der kleine Helmuth geschafft, die hungrige Nachkriegszeit zu überleben.

 

 

 

Und heute stehe ich da mit fast 71 Jahren und mache mir Gedanken, wie lange ich noch zu leben habe und wohin die Reise dann wohl gehen wird. Und wenn ich -was Gott behüte- mit 80 oder 85 Jahren an Krebs erkranken sollte, werden die Ärzte mit großem Aufwand und Kosten versuchen, mein kümmerliches, zufälliges Leben um ein paar Monate zu verlängern.

 

 

Aber die Zeugung ist ja nicht der einzige Zufall:

 


Ich stelle mir eine Menschenkette vor: Mit mir fängt sie an, dann kommt in Armlänge Abstand mein Vater, danach mein Großvater, dann mein Urgroßvater usw., usw.

 

Wenn man 1 Meter Abstand von einem meiner Vorfahren zum nächsten annimmt und weiterhin 30 Jahre zwischen den Generationen, so hat man die folgenden Festpunkte dieser „Herterich-Kette“:

 

·        nach 70 Meter: ==> Christi Geburt (2.000 Jahre)

 

·        nach 200 Meter: ==> Steinzeit (6.000 Jahre)

 

·        nach 1 Kilometer (soweit ist die Menschenkette noch gut überblickbar):   ==> Neandertaler (30.000 Jahre)

 

·        nach 30 Kilometer sind wir beim "homo erectus" (1 Million Jahre).
Lucy lebte vor etwa 3 Millionen Jahre, d.h. beim Kilometer 90 unserer Ahnenkette!

 

·        und nach 2.000 Kilometer (etwa die Entfernung bis Istanbul) ==> das Aussterben der Dinosaurier (65 Mio. Jahre)

 

 

 

Und nun das Grandiose und Unglaubliche:

 

Wenn auch nur einer dieser Ahnen gestorben wäre, bevor er sich fortgepflanzt hätte, dann gäbe es mich nicht. Dann wäre ich immer noch in der „Nicht-Existenz“. Wohin ich nach meiner irdischen Existenz wieder kommen werde.

 


Und noch erstaunlicher: Bei jedem dieser Zeugungsakte (na ja, „gevögelt“ wäre der bessere Ausdruck) hat genau das eine von jeweils 300 Millionen Spermien das Rennen gewonnen, aus dem ich hervorgegangen bin!

 

Sozusagen ein Stafetten-Lauf mit insgesamt 2 Millionen „Übergaben“. Wobei jedes Mal genau 1 von 300 Millionen Stäben richtig übergeben werden muss!

 

 

 

Eine andere Rechnung:

 

 

Ein Mann produziert im Laufe von 30 Jahren etwa 1.000 Milliarden (= 1012) Spermien (300 Millionen/Ejakulation x 100 Ejakulationen/Jahr x 30 Jahre)

 


In den Eierstöcken der Frau sind bei der Geburt etwa 400.000 Eier angelegt. Davon reifen von der Geschlechtsreife bis zum Klimakterium nur etwa 400.

 


Wie groß ist nun die Wahrscheinlichkeit, dass für 1 Generation meiner Ahnen 1 bestimmtes Ei von 1 bestimmten Spermium „getroffen“ wird?

 


w = 1/ 1.000 Milliarden x 400.000 = 2,5 x 10 -18

 

10 18  nennt man auch 1 Trillion (1 Million x 1 Million x 1 Million)

 


Das heißt die Wahrscheinlichkeit beträgt round about 1 Trillionstel.

 

Und das nur für einen einzigen Schritt in der langen langen Kette.

 

 

 

Gehen wir mal bis zu Lucy zurück. Das sind 30.000 Ahnen.

 

Dann ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von 0,8 x 10 -23  
also rund 10 -23  .

 

Die Chance für den Gewinn des Lotto-Jackpots liegt bei rund 1 zu 140 Millionen (ca. 10 -8).

 


10 -23  ist so wenig, dass es wirklich schon fast NULL ist. Eigentlich dürfte es mich gar nicht geben!

 

 

Ein unglaublicher Vorgang. Was habe ich doch für ein unheimliches Glück, dass es mich gibt.

 

Im Vergleich zu der Wahrscheinlichkeit meiner Existenz ist ein Lotto-Gewinn eine sichere Sache!

 

N.B.: Die Existenz von Leben auf unserem Planeten ist nach Meinung der Wissenschaftler ein ebenfalls extrem unwahrscheinliches Phänomen. Und zwar aus vielen Gründen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Wäre die Erde nur um 1 % näher oder weiter von der Sonne, gäbe es kein Leben hier. Und damit auch keinen Helmuth Herterich!

Also noch eine weitere „Unwahrscheinlichkeit“ und ein Grund für Bescheidenheit und Dankbarkeit.

noch ein N.B.: Als ich diese Überlegungen meiner Frau Gertrud erzählte, meinte sie: Da sieht man doch, dass man der absolute Gewinner dieser Lotterie ist. Und stolz darauf sein muss.
So kann man es auch sehen!

 

 

 

 

 

Kennen Sie vielleicht diesen Choral?

You don’t know what you got,
until it’s gone.

Cinderella

Störche und Geburten
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Haben Sie schon einmal über einen Imagefilm oder ein Animationsvideo nachgedacht?

 

Die Filmemacherin Anke Lanzon und ihre Firma Webfilm Berlin erstellen beeindruckende Unternehmensfilme für Webseiten.

 

Einfach mal `reinschauen:   

  http://www.webfilm-berlin.de/

Task Management
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Intelligenz und Fleiß
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Das gelungene, vollendete, erfüllte Leben ist eines, in dem wir in Einklang mit unsrer Natur das Beste aus unseren Möglichkeiten gemacht haben – selbstverständlich ohne den Mitmenschen zu schaden, ohne andere unglücklich zu machen.

 

Der Philosoph Bernulf Kanitscheider, Spektrum der Wissenschaft, Juli 2008

 

Des Menschen Tage sind wie Gras,
er blüht wie die Blume des Feldes.

Fährt der Wind darüber, ist sie dahin;
der Ort, wo sie stand, weiß von ihr nichts mehr.

 

Psalm 103

Es wäre doch möglich, dass einmal unsere Chemiker auf ein Mittel gerieten, unsere Luft plötzlich zu zersetzen, durch eine Art Ferment. So könnte die Welt untergehen.


Georg Christoph Lichtenberg

Letzte Worte des Indianerhäuptlings Crowfoot

Nur noch eine kurze Weile, dann bin ich von euch gegangen. Wohin, das kann ich euch nicht sagen. Wir kommen aus dem Nirgendwo, und wir gehen ins Nirgendwo. Was ist das Leben? Es ist der Lichtblitz eines Leuchtkäfers in der Nacht. Es ist der Atem eines Büffels im Winter. Es ist der kleine Schatten, der über das Gras huscht und sich im Sonnenuntergang verliert.

 

Crowfoot (um 1830 – 1890) Häuptling der Blackfoot-Indianer, 25. April 1890

 

Gespräch von Anno 33:

A: Wissen Sie schon das Neueste?

B: Nein, was ist passiert?

A: Die Welt ist erlöst!

B. Was Sie sagen!

A: Ja, der liebe Gott hat Menschengestalt angenommen und sich in Jerusalem hinrichten lassen: dadurch ist nun die Welt erlöst und der Teufel geprellt.

B: Ei, das ist ja ganz scharmant.

 

Arthur Schopenhauer

 

 

Damit wir beginnen können, dem Tod seinen größten Vorteil uns gegenüber zu entreißen, sollten wir eine vollkommen andere Einstellung einnehmen als die übliche; lasst uns den Tod seiner Fremdheit berauben; lasst uns Umgang mit ihm pflegen, damit wir uns an ihn gewöhnen, lasst uns an nichts häufiger denken als an den Tod.

 

Michel de Montaigne