Siedediagramm Ethanol-Wasser

 

 

 

Die Siedepunkte von Wasser (100°C) und Alkohol (78,3°C) liegen rela­tiv nahe beieinander. Dennoch sollte es keine Schwierigkeiten bereiten, sie durch Destillation ("Brennen") zu trennen.

 

Dies geht jedoch nur bis zu einer Konzentration von 96,5 Vol% Ethanol.

 

Wasser und Ethanol bilden ein azeotropes Gemisch mit 96,5 Vol% Ethanol und
3,5 Vol% Wasser. Dieses Gemisch kann durch Destillation nicht weiter voneinander getrennt werden. Es hat mit 78,15
°C einen ge­meinsamen Siedepunkt, der niedriger liegt als die Siedepunkte der Ein­zelkomponenten.

 

100%igen Ethanol kann man durch Destillation nicht gewinnen. In der Praxis wird das Wasser mit einer 3. Komponente (z. B. Benzol oder Cyclohexan) destillativ entfernt.

 

 

 

Wie aber funktioniert eine einfache Destillation, z.B. beim Schnaps-Brennen?

Als Laie stellt man sich vor, dass aus einer Maische mit 20 % Alkohol-Gehalt bei
78
° C der Alkohol verdampft. Und zwar solange, bis nur noch Wasser zurückbleibt. Das wäre schön, die Praxis ist aber komplizierter.

 

 


 

Aus dem obigen Siedediagramm (den unteren Teil nennt man Siede­kurve, den oberen Taukurve) sieht man jedoch, dass das Gemisch aus 20% Alkohol und 80 % Wasser bei 92° C anfängt zu sieden. Das Destillat hat 62% Alkohol. (Rot: Senkrechte Linie bei 20% nach oben; vom Schnittpunkt der Siedekurve waagrechte Linie nach rechts bis zum Schnittpunkt der Taukurve. Die senkrechte Linie nach unten ergibt einen Alkoholgehalt des Dampfes und damit des Destillats von 62 %.

 

 

Mit solchen einstufigen Destillationen (aus einfachen Destillierblasen) hat man jahrhundertelang Schnaps gebrannt. Auch der Whiskey wird in Schottland oder Irland heute noch so destilliert.
(Bei Wein mit ca. 10 % Alkohol erhält man so einen Weinbrand von ca. 38 %)

 

 

Wenn man jedoch den -nach der ersten Stufe erhaltenen- 62 %igen Al­kohol nochmals destilliert, siedet er bei 81° C und kondensiert als 86 %iger Alkohol (Grün: gerade Linie nach rechts bis zur Taukurve, dann senkrecht nach unten).

 

So kann man die Anzahl der notwendigen Destillationsstufen je nach Ausgangs- und gewünschter Endkonzentration aus dem Siedediagramm ablesen.

 

 

In der Praxis hat man jedoch das Problem, dass der Sumpf bei der Des­tillation an Alkohol verarmt. Und zwar in dem Maße, wie man alkoholrei­ches Gemisch aus dem Sumpf herausdestilliert. Man bewegt sich also auf der Siedekurve und entsprechend auf der Taukurve nach links. Zu immer niedrigeren Konzentrationen.

Kennen Sie vielleicht diesen Choral?

You don’t know what you got,
until it’s gone.

Cinderella

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Das gelungene, vollendete, erfüllte Leben ist eines, in dem wir in Einklang mit unsrer Natur das Beste aus unseren Möglichkeiten gemacht haben – selbstverständlich ohne den Mitmenschen zu schaden, ohne andere unglücklich zu machen.

 

Der Philosoph Bernulf Kanitscheider, Spektrum der Wissenschaft, Juli 2008

 

Des Menschen Tage sind wie Gras,
er blüht wie die Blume des Feldes.

Fährt der Wind darüber, ist sie dahin;
der Ort, wo sie stand, weiß von ihr nichts mehr.

 

Psalm 103

Es wäre doch möglich, dass einmal unsere Chemiker auf ein Mittel gerieten, unsere Luft plötzlich zu zersetzen, durch eine Art Ferment. So könnte die Welt untergehen.


Georg Christoph Lichtenberg

Letzte Worte des Indianerhäuptlings Crowfoot

Nur noch eine kurze Weile, dann bin ich von euch gegangen. Wohin, das kann ich euch nicht sagen. Wir kommen aus dem Nirgendwo, und wir gehen ins Nirgendwo. Was ist das Leben? Es ist der Lichtblitz eines Leuchtkäfers in der Nacht. Es ist der Atem eines Büffels im Winter. Es ist der kleine Schatten, der über das Gras huscht und sich im Sonnenuntergang verliert.

 

Crowfoot (um 1830 – 1890) Häuptling der Blackfoot-Indianer, 25. April 1890

 

Gespräch von Anno 33:

A: Wissen Sie schon das Neueste?

B: Nein, was ist passiert?

A: Die Welt ist erlöst!

B. Was Sie sagen!

A: Ja, der liebe Gott hat Menschengestalt angenommen und sich in Jerusalem hinrichten lassen: dadurch ist nun die Welt erlöst und der Teufel geprellt.

B: Ei, das ist ja ganz scharmant.

 

Arthur Schopenhauer

 

 

Damit wir beginnen können, dem Tod seinen größten Vorteil uns gegenüber zu entreißen, sollten wir eine vollkommen andere Einstellung einnehmen als die übliche; lasst uns den Tod seiner Fremdheit berauben; lasst uns Umgang mit ihm pflegen, damit wir uns an ihn gewöhnen, lasst uns ständig an ihn denken.

 

Michel de Montaigne