Die Elektrolyse von Wasser;
Leitfähigkeit und Überspannung

 

 

 

Leitfähigkeit

 

Nach dem Ohmschen Gesetz ist der Spannungsabfall gleich dem Produkt aus der Stromstärke im Leiter und seinem Widerstand

U = R . I

 

Der Widerstand eines Leiters ist proportional seinem spezifischen Widerstand ρ, der Länge l und umgekehrt proportional dem Querschnitt q

R =  ρ . l/q

 

und damit

U = ρ . l/q . I

 

der reziproke Wert des spezifischen Widerstandes ρ heißt spez. Leitfähigkeit χ

 

damit wird der Spannungsabfall

 

U = 1/ χ . l/q . I [Volt]

 

 

Die Leitfähigkeit  χ  einer Lösung hängt von der Temperatur ab.

 

Grob kann man sagen, dass die Leitfähigkeit bei 80 – 90 Grad etwa doppelt so groß wie bei Raumtemperatur ist.

 

 

Die Abhängigkeit der Spezifischen Leitfähigkeit von der Konzentration des Elektrolyten zeigt das folgende Diagramm:
(aus Technisch-Chemische Berechnungen von S. D. Bekow, Leipzig 1962)

 

 

Z. B. beträgt der Leitfähigkeits-Unterschied von Schwefelsäure und KOH (beide 30 %ig) 20 %. Demzufolge ist auch der Spannungsabfall bei Schwefelsäure um 20 % geringer.

 

Weiterhin sieht man, dass bei einer Konzentration von 10 % die Leitfähigkeit von KOH und NaOH gleich ist; bei 30 % jedoch ist die Leitfähigkeit von KOH ca. 35 % besser als NaOH. Deshalb ist Kalilauge für die alkalische Wasser-Elektrolyse besser geeignet.

 

 

 

Überspannung

 

Die Spannung, die mindestens erforderlich ist, um eine Zersetzung (Abscheidung) des Elektrolyten herbeizuführen, wird als Zersetzungs-Spannung bezeichnet. Wenn keine „Überspannung“ an den Elektroden auftritt, kann man diese aus den Normalpotentialen berechnen.

 

Theoretisch beträgt die Zersetzungs-Spannung von Wasser ca. 1,35 Volt.

 

Auf Grund der Überspannung der jeweiligen Elektroden ist sie jedoch in der Praxis höher. Deshalb muss je nach Elektrodenmaterial eine Spannung bis zu 2 Volt angelegt werden.

 

Nach dem Faraday-Gesetz bringen die Ampere-Stunden (Ah) die Menge. Die Spannung (U) kostet Geld.

Die Gesamt-Spannung U(gesamt) setzt sich aus der Zersetzungs-Spannung U(zersetzung)  plus der Überspannung  U (über) zusammen

 

Die elektrische Arbeit (kWh) ist demnach

W = U(gesamt) . I .t.

Deshalb steigen die Elektrolyse-Kosten proportional mit der Überspannung!

 

Der Energiebetrag zur Überwindung der Überspannung geht als Wärme verloren. D.h. alles was über 1,35 Volt ist, wird in Wärme umgewandelt.

 

 

So hat Wasserstoff an platiniertem Platin keine, an glattem Platin eine geringe und an Blei und Quecksilber eine erhebliche Überspannung.

 

Wie aus dem obigen Diagramm ersichtlich ist beträgt die Überspannung des Wasserstoffs bei 10 A/cm2  (log 10 = 1) an einer Platinelektrode 0,82 Volt.

 

 

 

Für Eisen-Elektroden besteht folgender Zusammenhang:

 

0,01 A

0,55 V

0,1 A

0,9 V

1 A

1,25 V

 

 

 

Die millionenfache Verwendung des Blei-Akkus ist nur auf Grund der Überspannung der Wasser-Elektrolyse an Blei-Elektroden möglich. Normalerweise müsste der Akku bei einerangelegten „Lade-Spannung“ von 1.35 Volt gasen. è(Wasser-)Elektrolyse von 37%iger Schwefelsäure.

 

Aber wegen der Überspannung an den Blei-Elektroden tritt bis 2 Volt keine Elektrolyse ein; das Bleisulfat wird an den Elektroden in Blei bzw. Bleidioxid verwandelt. Der Akku wird geladen.  Erst wenn kein Bleisulfat mehr übrig ist, tritt die Wasser-Zersetzung ein; der Akku „gast“.

 

 

 

Generell kann man sagen: je geringer die Strom-Dichte (A/cm2), desto geringer die Überspannung (V)

 

Praktisch muss also die Elektrolysier-Spannung immer größer als die theoretische Zersetzungs-Spannung (EMK) sein, die nur für die „Aufspaltung“ des Elektrolyten verbraucht wird.

 

 

 

Dieser Überschuss der Arbeit des elektrischen Stromes wird verbraucht

 

1.     für die Überwindung des inneren Widerstandes der Elektrolyse-Zelle (abhängig von Form und Material des Diaphragmas, der Leitfähigkeit und dem Querschnitt des Elektrolyten, dem Elektrodenabstand, der Stromstärke usw.)

 

2.     für die Überwindung der „Überspannung“ an den Elektroden (abhängig vom Material der Elektroden und der Stromdichte)

 

3.     für die Kompensation von Polarisations-Erscheinungen im Elektrolyten (abhängig vom Elektrolyse-Prozess)

 

 

 

Rühren, Temperatursteigerung, Zusatz von Depolarisatoren setzen diese unerwünschten Effekte herab.

 

Energie-Ausbeute (Wirkungsgrad)

 

Das Verhältnis zwischen der theoretisch für die Zersetzung des Elektrolyten erforderlichen Menge Elektro-Energie (z.B. kWh/ m3 Knallgas) und ihrem tatsächlichen Verbrauch heißt Energie-Ausbeute.

 

 

 

Zusammenfassung:

 

Für eine hohe Energie-Ausbeute der Elektrolyse sind erforderlich:

 

·        hohe Temperatur

 

·        d. R. hohe Elektrolyt-Konzentration

 

·        geringe Stromdichte (A/cm2)

 

·        geeignetes Elektroden-Material

 

·        geringer Elektroden-Abstand

 

·        große Elektroden-Fläche

 

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Das gelungene, vollendete, erfüllte Leben ist eines, in dem wir in Einklang mit unsrer Natur das Beste aus unseren Möglichkeiten gemacht haben – selbstverständlich ohne den Mitmenschen zu schaden, ohne andere unglücklich zu machen.

 

Der Philosoph Bernulf Kanitscheider, Spektrum der Wissenschaft, Juli 2008

 

Des Menschen Tage sind wie Gras,
er blüht wie die Blume des Feldes.

Fährt der Wind darüber, ist sie dahin;
der Ort, wo sie stand, weiß von ihr nichts mehr.

 

Psalm 103

Es wäre doch möglich, dass einmal unsere Chemiker auf ein Mittel gerieten, unsere Luft plötzlich zu zersetzen, durch eine Art Ferment. So könnte die Welt untergehen.


Georg Christoph Lichtenberg

Letzte Worte des Indianerhäuptlings Crowfoot

Nur noch eine kurze Weile, dann bin ich von euch gegangen. Wohin, das kann ich euch nicht sagen. Wir kommen aus dem Nirgendwo, und wir gehen ins Nirgendwo. Was ist das Leben? Es ist der Lichtblitz eines Leuchtkäfers in der Nacht. Es ist der Atem eines Büffels im Winter. Es ist der kleine Schatten, der über das Gras huscht und sich im Sonnenuntergang verliert.

 

Crowfoot (um 1830 – 1890) Häuptling der Blackfoot-Indianer, 25. April 1890

 

Gespräch von Anno 33:

A: Wissen Sie schon das Neueste?

B: Nein, was ist passiert?

A: Die Welt ist erlöst!

B. Was Sie sagen!

A: Ja, der liebe Gott hat Menschengestalt angenommen und sich in Jerusalem hinrichten lassen: dadurch ist nun die Welt erlöst und der Teufel geprellt.

B: Ei, das ist ja ganz scharmant.

 

Arthur Schopenhauer

 

 

Damit wir beginnen können, dem Tod seinen größten Vorteil uns gegenüber zu entreißen, sollten wir eine vollkommen andere Einstellung einnehmen als die übliche; lasst uns den Tod seiner Fremdheit berauben; lasst uns Umgang mit ihm pflegen, damit wir uns an ihn gewöhnen, lasst uns an nichts häufiger denken als an den Tod.

 

Michel de Montaigne